[Rezension] Eleanor & Park || Rainbow Rowell

Juni 30, 2015 0 Comments A+ a-



Sie sind beide Außenseiter, aber grundverschieden: Die pummelige Eleanor und der gut aussehende, aber zurückhaltende Park. Als er ihr im Schulbus den Platz neben sich frei macht, halten sie wenig voneinander. Park liest demonstrativ und Eleanor ist froh, ignoriert zu werden. In der Schule ist sie als Opfer übler Mobbing-Attacken und zu Hause hat sie mit vier Geschwistern und einem tyrannischen Stiefvater nur Ärger. Doch als sie beginnt, Parks Comics mitzulesen, entwickelt sich ein Dialog zwischen den beiden. Zögerlich tauschen sie Kassetten, Meinungen und Vorlieben aus. Dass sie sich ineinander verlieben, scheint unmöglich. Doch ihre Annäherung gehört zum Intensivsten, was man über die erste Liebe lesen kann.

Wenn ich ehrlich bin, hab ich mir dieses Buch auch wieder zugelegt, ohne zu wissen, worum es überhaupt geht. Dem Hype sei Dank, sonst hätte ich es womöglich nie in die Hand genommen und das wäre sehr schade gewesen. „Eleanor und Park“ war seit langem mal wieder eine richtig schöne Liebesgeschichte, so wie sie jedem von uns auch passieren könnte.

Die beiden Protagonisten Eleanor und Park sind mir von Beginn an sehr sympathisch. Das liegt vor allem daran, dass beide ganz normal sind. Eleanor ein bisschen pummelig und Haare wie Feuer, Park ein bisschen zu klein geraten (seiner Meinung nach), beide sind keinem übertriebenen Schönheitsideal nachgeeifert, sondern Menschen wie du und ich. Und genau das macht die Geschichte aus. Ihr Status als Außenseiter bringt sie zusammen. Beide merken schnell, dass sie ohne den anderen nicht mehr sein wollen. Dennoch merkt man immer wieder, dass Park in einer Art Zwickmühle steckt: „er will sie einerseits beschützen, andererseits ist es ihm manchmal peinlich, mit ihr gesehen zu werden“. Ein Manko unserer Gesellschaft, dass Menschen, die angeblich nicht der „Norm“ entsprechen, als peinlich abgestempelt werden. Zum Glück fängt sich Park wieder und beide erleben ihr erstes „Verliebt sein“. 

Rainbow Rowell erzählt dieses zarte Antasten von Eleanor und Park so herrlich schön, dass man selbst nochmal zum ersten Mal verliebt sein möchte. Vom Händchen halten bis zum ersten Kuss fiebert man mit den beiden und hofft, dass ihre Liebe durch nichts und niemanden zerstört werden kann. Ihre Liebe ist wie eine Knospe, die gepflegt werden muss. Und beide geben ihr bestes, damit daraus eine wunderschöne Blüte werden kann.

Rowells Schreibstil ist so romantisch gehalten, dass ich mit dem „Zitate-Rausschreiben“ gar nicht mehr hinterher kam. Das Buch vereint Romantik, Humor, Verzweiflung und Mut in einer Geschichte. Es ist toll, dass die Autorin auf unpassende Bettszenen und zu viel Gefühlsduselei verzichtet hat, denn genau das braucht diese Geschichte nicht. Sie ist ehrlich und zeitlos und passt so oder ähnlich gehalten in jede Zeit. Ich hatte über die ganze Lesezeit ein Lächeln im Gesicht, weil mich der Inhalt so begeistert hat. Es ist wirklich schwer, dieses tolle Buch mit ein paar Worten zu beschreiben; man muss es einfach selbst gelesen haben. 
Macht euch selbst ein Bild, ich kann es wirklich sehr empfehlen.