[Rezension] Die sieben Schwestern || Lucinda Riley



Maia ist die älteste von sechs Schwestern, die alle von ihrem Vater adoptiert wurden, als sie sehr klein waren. Sie lebt als Einzige noch auf dem herrschaftlichen Anwesen ihres Vaters am Genfer See, denn anders als ihre Schwestern, die es drängte, draußen in der Welt ein ganz neues Leben als Erwachsene zu beginnen, fand die eher schüchterne Maia nicht den Mut, ihre vertraute Umgebung zu verlassen. Doch das ändert sich, als ihr Vater überraschend stirbt und ihr einen Umschlag hinterlässt – und sie plötzlich den Schlüssel zu ihrer bisher unbekannten Vorgeschichte in Händen hält: Sie wurde in Rio de Janeiro in einer alten Villa geboren, deren Adresse noch heute existiert. Maia fasst den Entschluss, nach Rio zu fliegen, und an der Seite von Floriano Quintelas, eines befreundeten Schriftstellers, beginnt sie, das Rätsel ihrer Herkunft zu ergründen. Dabei stößt sie auf eine tragische Liebesgeschichte in der Vergangenheit ihrer Familie, und sie taucht ein in das mondäne Paris der Jahrhundertwende, wo einst eine schöne junge Frau aus Rio einem französischen Bildhauer begegnete. Und erst jetzt fängt Maia an zu begreifen, wer sie wirklich ist und was dies für ihr weiteres Leben bedeutet.

In üblicher Riley-Manier fesselt die Autorin uns Leser von der ersten Seite an, an dieses wunderbare Buch. Maias geheimnisvolle Herkunft, die Suche nach ihren leiblichen Eltern und das Ausbrechen aus ihrem bisherigen Leben, sind nur einige Aspekte aus dem Auftaktband zur Rileys neuer Familiensaga. Das Buch spielt sowohl in Maias Gegenwart im Jahr 2007, sowie in den "goldenen Zwanzigern", wo wir Izabela auf ihrer Reise durch Europa begleiten. 

Lucinda Riley schafft es wieder einmal, eine sehr komplexe, voller Geheimnisse umwobene Familiengeschichte auf Papier zu bringen. Ihre Fähigkeit, alle Charaktere zur Geltung zu bringen und mit in die Handlung einzubeziehen, ist einfach perfekt. Jede Person, die im Buch erwähnt wird, trägt ihren Teil zur Geschichte bei und hinterlässt seine Spuren. Nie kommt einem der Gedanke: dieser Charakter war jetzt irgendwie überflüssig.

Ebenso gelingt es der Autorin, alle Handlungsorte so real wirken zu lassen, als wäre man direkt vor Ort. Ich kann mir nun, unbekannterweise, die Umgebung des Corcovado in Rio bildlich vorstellen. Genauso das Leben in Paris, die Straßen von Montparnasse, als wäre ich selbst dort mit Izabela durch die Gassen geschlendert. 

Neben der Familiengeschichte wandeln wir zusammen Maia auch auf historischen Pfaden. Wir sind quasi live dabei, als die berühmte Cristo-Statue geplant und gebaut wird. Riley greift hier auf die wirklichen Begebenheiten zurück, wenn auch in leicht abgewandelter Form. 

Rileys Schreibstil ist, wie in ihren vorherigen Büchern, flüssig und leicht zu lesen. Wirklich schön fand ich, dass sowohl portugiesische als auch französische Floskeln und Kosenamen in die Geschichte mit eingeflossen sind. Dadurch wirkt sie gleich noch authentischer. Der sprachliche Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit gelingt der Autorin immer wieder aufs Neue. 

Da "Die sieben Schwestern" der Auftakt einer 7-bändigen Reihe ist, war damit zu rechnen, dass Lucinda Riley uns mit dem ein oder anderen Cliffhänger zurücklässt. Ich bin mir sicher, dass sie manche davon bis zum letzten Band offen lässt, nur um uns zu ärgern :) 
Der Beginn des zweiten Bandes, der am Ende des ersten bereits beginnt, lässt auf jeden Fall auf eine ganze Menge Spannung hoffen. 
Der Beginn einer komplexen, wunderbaren Familiengeschichte, bei der auch die Liebe nicht zu kurz kommt. Für alle Lucinda Riley Fans ein Muss und eine Empfehlung für alle, die sie noch nicht kennen.

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