[Rezension] Zwanzig Zeilen Liebe || Rowan Coleman



Manchmal können zwanzig Zeilen die Welt bedeuten

Sorg dafür, dass dein Vater sich wieder verliebt. Iss jeden Tag Gemüse. Trau keinem Mann mit übermäßigem Bartwuchs. Tanz auf meiner Beerdigung zu Dean Martin. Nacht für Nacht bringt Stella diese und andere Zeilen zu Papier. Doch es sind nicht ihre eigenen Gedanken und Wünsche. Die Hospizschwester schreibt Abschiedsbriefe im Auftrag ihrer schwer kranken Patienten und überreicht deren Nachrichten, nachdem sie verstorben sind. Bis sie einen Brief verfasst, bei dem sie keine Zeit verlieren darf. Denn manchmal lohnt es sich zu kämpfen: Für die Liebe. Für das Glück. Für den einen Moment im Leben, in dem die Sterne am Himmel ein wenig heller leuchten.

Wieder einmal kann Rowan Coleman mit einer einfühlsamen, berührenden und zu Tränen rührenden Geschichte überzeugen.
Zwanzig Zeilen Liebe wird abwechselnd aus den Sichten von Stella, Hope und Hugh erzählt. Jeder der drei hat sein eigenes Päckchen zu tragen und muss Entscheidungen treffen, die auch das Leben anderer beeinflussen können. Alle drei kämpfen, für das Leben, für die Liebe, für die Familie. Sie müssen Mut beweisen, über ihre eigenen Schatten springen und neue Wege gehen um aus ihrem Leben, wie es momentan läuft, auszubrechen.

Die eingebauten Abschiedsbriefe vieler unterschiedlicher Menschen reihen sich gut in die Kapitel ein und geben Einblick in Gedanken, die Menschen auf ihrem Sterbebett noch bewegen und was sie ihren Hinterbliebenen unbedingt noch mitteilen wollen. Sie gehören unwiderruflich zum Buch, ohne sie wäre es unvollständig.

Colemans lockerer und flüssiger Schreibstil gepaart mit Worten, die unter die Haut gehen, machen das Lesen zu einem echten Vergnügen. Man möchte das Buch nicht aus der Hand legen, möchte wissen wie es mit Stelle, Hope und Hugh weitergeht. Was das Schicksal für sie bereit hält, für welche Richtung sie sich entscheiden.

Zwanzig Zeilen Liebe ist eine absolute Leseempfehlung für alle, die auch von "Einfach Unvergesslich" begeistert waren und auch sonst gerne berührenden Bücher lesen und keine Angst haben, auch mal ein Tränchen zu verdrücken.

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