[Rezension] Royal Passion || Geneva Lee



Auf ihrer Abschlussfeier an der Oxford University trifft Clara Bishop auf einen attraktiven Fremden. Ohne Vorwarnung zieht er sie an sich, küsst sie leidenschaftlich und verschwindet. Clara hat keine Ahnung, wer der Unbekannte ist – bis ein Bild von ihnen beiden in der Zeitung auftaucht: Ihr heißer Flirt ist Prinz Alexander von Cambridge, Thronfolger von England, königlicher Bad Boy …
Dieser Mann ist gefährlich, in ihm lauern Abgründe, die Clara ins Verderben stürzen können. Ist Clara dieser magischen Anziehungskraft gewachsen?

Wer nun denkt: Hoppla, diese Handlung kenne ich doch schon von irgendwo her, der liegt hier gar nicht mal so falsch. So erinnert die Geschichte von Clara und Alexander, gerade zu Beginn, an die von Anna und Christian aus "Shades of Grey". Ich weiß, ich weiß, ihr habt es satt, dass alle Erotikromane mit diesem verglichen werden, aber hier ist die Ähnlichkeit geradezu offensichtlich. Gleiche Geschehnisse und Geheimnisse, dieses mal im Königreich England statt in Amerika und ein Prinz statt einem vermögenden Jungunternehmer. Dabei hat das die Story, gerade mit ihrem Setting, überhaupt nicht nötig, als Abklatsch empfunden zu werden.
Ich muss zugeben, dass mir die Geschichte vor dem royalen Hintergrund besser gefällt. Clara hat es schwer, sich in Alexanders Kreisen und bei seiner Familie zu etablieren und sich als ihm würdig zu erweisen. Probleme, die bürgerlichen Frauen in königlichem Umfeld nun einmal begegnen. Da ist die Realität gar nicht so fern. Man denke nur an Mette Marit von Norwegen oder Kate Middleton von England. 
Gerade zum englischen Königshaus gibt es sehr viele Parallelen, was mir gut gefällt. Man hat nicht das Gefühl, die Geschichte wäre komplett erfunden. Sie birgt großes Potenzial, wenn sich die Autorin in den Folgebänden nicht ausschließlich auf die Bettgeschichten zwischen Alexander und Clara konzentriert, sondern eine gute Mischung aus Liebes- & Erotikroman kreiert. Sie sagt von sich selbst, dass sie als Schülerin in Prinz William verliebt war. Das Gefühl des "frisch-verliebt-seins" sollte sie auch ihren beiden Protagonisten einhauchen.
Leider war die sexuelle Beziehung zwischen den beiden oftmals zu plump und auch die Aussprache eher vulgär als erotisch. Ich wünsche mir für die folgenden Teile einen breiter gefächerten Wortschatz der Übersetzerin. Ansonsten ist der Schreibstil der Autorin sehr flüssig und eingängig, daran gibt es nichts auszusetzen. Wenn dann noch die Charaktere mehr Gefühl und Farbe bekommen, dann kann aus der Trilogie eine gute Reihe werden. 
Die deutschen Cover sind sehr mädchenhaft, süß gestaltet und ergeben zusammen ein tolles Bild. Bei den Originalcovern weiß man bereits beim Anschauen, dass es nicht unbedingt nur um einen nette Liebesgeschichte geht.  
Trotz dem schwachen Beginn, gebe ich der Reihe eine Chance und werde sie weiterverfolgen. Vielleicht schafft es Geneva Lee mich im weiteren Verlauf doch noch zu überraschen und den "Fluch des Grey" abzuschütteln. 

Vielen Dank an den Blanvalet-Verlag und das Bloggerportal, die mir "Royal Passion" vorab als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.


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