[Rezension] Von wegen Liebe || Kody Keplinger

Januar 08, 2016 0 Comments A+ a-



Das hat Bianca gerade noch gefehlt. Der eingebildete Wesley, dem alle Mädchen an ihrer Schule zu Füßen liegen, spricht sie an. Und hat die Stirn, ihr rundheraus zu sagen, dass er das nur tut, um an ihre hübsche Freundin ranzukommen. Schneller, als er denken kann, hat er ihre Cola im Gesicht. Auf so jemand fällt Bianca nicht rein. Aber als zu Hause alles schief geht, lässt sie sich doch mit ihm ein. Heimlich und völlig unverbindlich, versteht sich. Mit Liebe hat das nichts zu tun. Oder?

Nachdem das Buch an Weihnachten dank der lieben Leslie bei mir einziehen durfte, wurde es an Neujahr direkt in einem Rutsch verschlungen. Das allein spricht ja schon für sich. 
Kody Keplinger hat eine ganz direkte, moderne Art, ihre Gedanken auf Papier und an den Leser zu bringen. "Von wegen Liebe" ist kein typischer New-Adult-Roman, hier trifft Badboy nicht auf schüchternes, naives Mädchen. Hier steht das Mädchen, in dem Fall Bianca, ihre Frau und nimmt sich, was sie will. 

Unsere toughe Protagonistin ist mir mit ihrer leicht ironischen Art von Beginn an sympathisch. Man könnte meinen, dass die Beleidigung "DUFF" (Die Unattraktive Fett Freundin), an ihrer harten Schale abprallt. Doch auch sie besitzt einen weichen Kern und nimmt sich diese Bezeichnung sehr zu Herzen. 
Auch unser männlicher Protagonist Wesley ist nicht, was er zu sein scheint. Steckt hinter seiner coolen Fassade wirklich mehr oder ist er einfach nur ein Mistkerl? 
Beide Charaktere haben Ecken und Kanten, was mir wirklich sehr gut gefällt. Wir leben nicht in einer Fantasiewelt, in der es immer heiter und fröhlich zugeht. Jeder hat mit seinem Leben zu kämpfen, sei es in der Schule oder im Privatleben. Die Autorin redet nicht blumig um den heißen Brei herum, sondern spricht das aus, was der Leser sich sonst immer dazu denken muss. Es werden Probleme angesprochen, mit denen sich fast jeder Teenie schon einmal plagen musste, mit denen man sich selbst auch identifizieren kann. 

Kody Keplinger erschafft eine Geschichte, die realistisch und nachvollziehbar ist, ganz ohne ins Kitschige abzudriften. Und ein bisschen "Amore" darf natürlich auch nicht fehlen... *lach* Das Buch hat wirklich gehalten, was ich mir davon versprochen habe und dies sogar noch einen Tick übertroffen. Endlich mal wieder eine nicht alltägliche Highschool-Geschichte mit dem nötigen Tiefgang.