[Rezension] Verheißung - Der Grenzenlose || Jussi Adler-Olsen



Siebzehn Jahre lang hat Polizeikommissar Christian Habersaat vergeblich versucht, den Tod einer jungen Frau aufzuklären, die kopfüber in einem Baum hängend aufgefunden wurde. Kurz nachdem er Carl Mørck um Hilfe gebeten hat, kommt er auf schockierende Weise ums Leben - und nur wenig später sein Sohn. Die Recherchen des Sonderdezernats Q führen nach Öland, zu einer obskuren »Akademie für die Vereinigung von Mensch und Natur«. Carl Mørck und seine Assistenten ahnen nicht, dass sie sich in tödliche Gefahr begeben.

Nach dem eher mittelmäßigen 5. Fall von Carl und seinen Kollegen, ging ich an diesen neuen Fall mit etwas Vorsicht heran. Keine zu hohen Erwartungen, dann kann man auch nicht enttäuscht werden. Dem Himmel sei Dank, dass die Geschichte um die "Hinterlassenschaft" des verstorbenen Polizisten Christian Habersaat gleich zu Beginn mit vielen Fragen und Rätselraten aufwartet. 

Carl Morck, Assad und Rose kommen dieses Mal eher zufällig zu dem 20 Jahre zurückliegenden Mordfall an der Schülerin Alberte auf der Insel Bornholm. Er beginnt mit dem Anruf des Polizisten Christian Habersaat, der meinte, das Sonderderzenat Q wäre seine letzte Rettung. Als Carl etwas grob darauf reagierte und auflegte, erhält er am folgenden Tag die Mitteilung, besagter Polizist habe sich erschossen. Vor Ort - auf Bornholm - entdecken die Ermittler die jahrelange Arbeit von Habersaat, den Mord an Alberte aufzuklären. Gefundenes Fressen für das Dezernat, welches sich auf gerade solche vergangenen, nicht gelösten Fälle spezialisiert hat. 
Gleichzeitig bekommen wir Einblicke in die mysteriöse, die Sonne anbetende Vereinigung und deren oberste "Vorsitzende" Pirjo und Atu. Eine Art Sekte, die sich allem weltlichen abgewandt hat und sich rein auf die Sonne und die Natur beruft und ihr Leben danach ausrichtet. 

Ob und wie diese beiden Handlungsstränge miteinander zusammenhängen, hinterfragen Morck und Kollegen auf gut 600 Seiten. Eine kräftezehrende, todesmutige und waghalsige Suche nach dem Mörder von Alberte beginnt.
Geschickt bringt uns Alder-Olsen auf so manche falsche Fährte. Als Leser hat man immer mal wieder den Vermutung, den Täter gefunden zu haben, was sich dann zwei Kapitel weiter wieder zerschlägt. 

Im Vergleich zum Vorgänger steht hier die Ermittlungsarbeit des Teams endlich wieder im Fokus. Auch wenn Rose in diesem Teil eher blass erscheint, so gibt sie doch immer wieder passende Anstöße, um Carl und Assad auf die richtige Spur zu bringen. Und am Ende erwartet uns sogar ein kleiner Cliffhanger, wie es mit Rose in den folgenden Bänden weitergeht.

Carl und Assad, unser Dream-Team finden nach kurzen anfänglichen Schwierigkeiten wieder zu ihrer alten Form zurück und leisten gemeinsam hervorragende Ermittlungsarbeit. Das freundschaftliche Band der beiden wird gerade nach dem letzten Fall um Marco und nun diesem immer enger. Beide wissen, was sie aneinander haben und würden für den jeweils anderen ihr Leben geben. Eine schöne Entwicklung, die zu Beginn vor 7 Jahren wohl keiner der beiden so erwartet hat. 

Desweiteren gibt es ein paar neue Erkenntnisse im Amager-Druckluftnagler-Fall, die hier aber keine große Bedeutung spielen. Ebenso erhaschen wir einen winzig kleinen Einblick in die nebulöse Vergangenheit von Assad, auf die Adler-Olsen hier aber auch nicht weiter eingeht. 

>> Der Hausmeister sah ihn an, als wäre er vom Mond gefallen, und vielleicht war er das ja auch. Wer wusste schon etwas über Assad? <<

In beiden Fällen müssen wir uns wieder einmal bis zum nächsten Fall des Sonderdezernats Q gedulden. Vielleicht schafft es der Autor, uns dann ein bisschen mehr als ein paar Brotkrumen hinzuwerfen, die mehr Fragen aufwerfen als beantworten. Leider habe ich noch keinerlei Informationen zum Erscheinungstermin des 7. Falls gefunden. Wenn mir da einer mehr verraten kann, dann nur damit.

Ich freue mich, dass die Reihe nun auf Stand gelesen ist und vor allem, dass "Verheißung" das Reihentief von Band 5 wieder wett gemacht hat. 

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