[Rezension] Zwischen uns das Meer || Kristin Hannah



Wenn alles zerstört ist, überlebt die Liebe

-Achtung: Spoiler-

Jolene „Jo“ und Michael Zarkades führen eine Bilderbuchehe, zumindest dem Schein nach. Denn seit dem Tod seines Vaters ist Michael mehr mit seinem Beruf als Anwalt verheiratet als mit seiner Frau. Darunter leidet nicht nur Jo, auch die beiden Töchter Betsy und Lulu bekommen ihren Vater kaum noch zu Gesicht. Dann wird Jo, die Hubschrauberpilotin bei der Armee ist, einberufen. Sie soll an der Seite ihrer besten Freundin und Nachbarin Tami für ein Jahr in den Irakkrieg ziehen. Das vergrößert die Kluft zwischen Jo und Michael, denn er ist mit Jos Berufswahl absolut nicht einverstanden. Es kommt zum Bruch, als Michael Jo gesteht, dass er sie nicht mehr liebt. Mit diesem Wissen zieht sie kurze Zeit später in den Krieg und lässt Familie und Alltag zurück, um ihre Pflicht zu erfüllen. Michael hingegen muss ich nun der ungewohnten Situation als Hausmann und pflichtbewusstem Vater stellen, wobei ihm seine Mutter Mila unter die Arme greift, und im gleichen Zug das verloren gegangene Vertrauen seiner Kinder zurückgewinnen. Und plötzlich ist da noch die aufkeimende Angst um Jo…

Mir wurde dieses Buch von mehreren Mädels aufs Wärmste empfohlen, sodass ich es einfach bestellt habe, ohne zu wissen, worum es eigentlich geht. Anfang des Jahres habe ich dann auch endlich damit begonnen und bin irgendwie in der Mitte des Buches stecken geblieben. Zum einen, weil ich zwischendurch mit anderen Büchern beschäftigt war und diverse andere Dinge dazwischen kamen, zum anderen, weil es mich bis dahin noch nicht zu 100% gepackt hatte. Nun war es dann also soweit, dass ich mein letztes angefangenes Buch auch weglesen wollte und nahm mir „Zwischen uns das Meer“ erneut vor. Und ärgere mich nun, es jemals unterbrochen zu haben.

Kristin Hannah hat von Beginn an eine etwas angespannte Stimmung in dieses Buch gebracht, gerade weil es Konflikte gab zwischen Jo und Michael und auch die Vergangenheit von Jo beleuchtet wurde, die nicht gerade die rosigste war. Auch mit den Charakteren konnte ich erstmal nicht so viel anfangen. Jeder hatte/hat so seine Macken. Sei es Michael, der Workaholic und Familienvernachlässiger, oder Jo die Übermutter und dominante Hausfrau. Das änderte sich im Laufe des Buches und am Ende hatte ich vor allen den größten Respekt.

„Zwischen uns das Meer“ ist keine einfache Liebes-/Familiengeschichte. Es geht um aktuelle politische Themen, Folgen des Krieges (PTBS), um Freundschaft, die Besinnung auf die Ehe, Mut, Stärke. Das Buch schockiert mit ganz realistischen Beschreibungen von den Kämpfen im Irak, den Verletzungen der Soldaten und deren schwerwiegenden Folgen, die oft erst nach der Rückkehr in die Heimat sichtbar werden. Es geht hier nicht darum, den Krieg und seine Hintergründe zu hinterfragen. Am Beispiel von Jo soll meiner Meinung nach vielmehr dargestellt werden, wie Menschen, gerade auch Frauen, den Krieg er- und überleben.

Erneut konnte mich Kristin Hannah mit ihrer gefühlvollen Wortwahl und dem Sinn für das Wesentliche einer Geschichte, gerade zum Ende hin, zu Tränen rühren. 100 Seiten mit tränenverschleierten Augen und tiefen Schluchzern zu lesen ist auch gar nicht mal so einfach. Ich bereue keine Minute, dieses Buch zur Hand genommen zu haben und danke Steffi und Andrea von ganzem Herzen für die Empfehlung des Buches, ihr scheint mich zu gut zu kennen 

Schaut euch ebenfalls die Meinungen dieser drei lieben Mädels an:

Andrea von Leseblick

Manja von ManjasBuchregal

Sabine von Buchwelten


Keine Kommentare