[Rezension] Die Liebe ist ein schlechter Verlierer || Katie Marsh



Was, wenn der Moment, in dem du gehen willst, der Moment ist, in dem er dich am meisten braucht? Hannah will Tom verlassen. Morgen sagt sie es ihm. Und dann erfüllt sie sich ihren Traum, nach Afrika zu gehen. Tom will an seiner Ehe festhalten, sei sie noch so eingefahren. Er ignoriert die Probleme, will einfach nur neben Hannah einschlafen und morgen ins Büro fahren. Doch dazu kommt es nicht...

... denn Tom erleidet einen Schlaganfall, mit gerade einmal 32 Jahren. Und plötzlich ist alles anders. Hannah befindet sich in einem Zwiespalt: darf sie ihren Mann verlassen, nun, da er so sehr auf sie angewiesen ist? Auch wenn die Liebe zu Tom erloschen ist, wäre eine Trennung zu diesem Zeitpunkt herzlos, so etwas macht man einfach nicht. Also gibt sie ihren Traumjob auf, sehr zum Leidwesen ihrer besten Freundin, und begibt sich mit Tom auf einen neuen Weg in ihrem Leben. Eine selbstlose Tat, gewiss, doch ist das letztlich die richtige Entscheidung? Finden Hannah und Tom durch diesen Schicksalsschlag wieder zueinander oder ist ihre Liebe endgültig erloschen?

Katie Marsh nimmt sich in ihrem Debüt ein Thema an, was uns alle angeht. Schlaganfälle kennen kein Alter, machen auch vor jungen Menschen nicht halt. Gerade in unserer heutigen Zeit, in der Arbeits- & Freizeitstress oftmals zum Leben dazugehören, wir immer und überall erreichbar sein müssen, verlieren wir den Blick auf das Wesentlich - unsere Gesundheit. Und nicht nur das: wir stellen unser Glück über das unserer Mitmenschen und werden zunehmend egoistischer. Gerade im Ehe- und Familienleben ist der Spagat zwischen Privat- und Berufsleben nicht immer leicht. 
Genau das ist es, was uns die Autorin anhand von Hannah und Tom nahe bringen möchten. Sie erzählt die Liebesgeschichte der beiden vom ersten Kennenlernen bis hin zur ausgewachsenen Ehekrise. Während wir die Gegenwart aus Hannahs Sicht geschildert bekommen, erfahren wir aus Toms Sicht anhand von Rückblenden den Beginn ihres gemeinsamen Lebens. Beide Zeitstränge finden am Ende des Buches zusammen, welches die Aussagen des Buches perfekt wiederspiegelt -zweite Chancen nutzen, einander vergeben und neues Vertrauen aufbauen. 

"Die Liebe ist ein schlechter Verlierer" ist eine Geschichte mitten aus dem Leben gegriffen, schonungslos real und voller kleiner Warnungen und Hinweise an uns Leser. Die Glaubwürdigkeit entsteht zusätzlich durch das Wissen, dass die Autorin auf Erfahrungen aus ihrem Beruf als Pflegerin von Schlaganfallpatienten zurückgreifen kann. Als Leser dürfen wir keine hochtrabende, von Überraschungen triefende Literatur erwarten. Dennoch überzeugt Katie Marsh, weil sie uns aufzeigt, was wirklich wichtig ist im Leben, weil Niederlagen uns immer zwei Möglichkeiten bieten: aufgeben oder kämpfen. 

"Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren."

Lieben Dank an den DIANA-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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