[Rezension] Die Blutlinie || Cody McFadyen


Nach dem Mord an einer Freundin folgt FBI-Agentin Smoky Barrett der Fährte des Killers. Doch die Spuren, die der eiskalte Serienmörder hinterlässt, sind so blutig, dass ihr ganzes Können gefragt ist. Die Zeit arbeitet gegen sie, und mit jedem neuen Verbrechen gelangt Smoky zu einer erschreckenden Erkenntnis: Der Mörder möchte sich einen Traum erfüllen – ein Traum, der für viele zum Albtraum werden könnte.

2 Jahre hat es nun gedauert, bis ich dieses Buch endlich von meinem Stapel ungelesener Bücher befreit habe. Auch wenn ich mich ein bisschen ärgere, dass ich erst jetzt mit der Smoky-Barrett-Reihe begonnen habe, bin ich im Nachhinein doch froh darüber. Der Grund dafür: Ende September erscheint der 5. Band dieser Reihe und so kann ich vorher gemütlich Teil 1-4 lesen und bin im September auf dem aktuellsten Stand, um mit "Die Stille vor dem Tod" weiterzumachen. Perfektes Timing also :)  
 
Genug geplaudert, kommen wir mal zum Thema: "Die Blutlinie" hält, was sie im Klappentext verspricht. Es ist blutig, es ist grausam, es geht einem sprichwörtlich unter die Haut. Und mitten in all dem Schrecken finden wir unsere Protagonistin Smoky Barrett, gezeichnet und verletzt von ihrem letzten Fall, der ihr ganzes Leben auf einen Schlag verändert hat. Sie scheint in einem schwarzen Loch fest zu sitzen, aus dem es kein entkommen gibt. Doch als sie zufällig vom Tod ihrer besten Freundin erfährt, erwacht die Jägerin in ihr zu neuem Leben. Sie schwört, den Killer zu finden - doch weiß sie nicht, dass der ganze Fall ein größeres Ausmaß annimmt, als sie sich je hätte vorstellen können. 
Smoky ist eine toughe Frau, keine Frage. Sie erträgt mehr, als ein einziger Mensch auszuhalten vermag. Leider macht sie das an manchen Stellen etwas unglaubwürdig, was auch einer meiner wenigen Kritikpunkte ist. Sie hat Dinge erlebt, die einen Menschen eher zerstören, anstatt ihn nach kurzer Zeit wieder aufstehen zu lassen, um genau so wieder weiterzumachen, wie zuvor. Ihrer Sympathie tut das keinen Abbruch und ihre Genialität, Zusammenhänge zu erkennen, hat mich wirklich fasziniert. 

Auch die anderen Charaktere, die von ihrer Art unterschiedlicher nicht sein könnten, haben alle für sich Eigenschaften, die zusammen mit denen von Smoky eine Einheit bilden. Sie harmonieren perfekt, auch wenn sie sich teilweise am liebsten an die Gurgel gehen würden. 

Cody McFadyen schaffte es, mich mit "Die Blutlinie" aus einem Thriller-Tief zu holen und macht mir Appetit auf mehr. Smokys erster Fall beginnt mit einem Mord, bauscht sich nach und nach immer weiter auf, um dann in einem fulminanten Finale zu enden, welches beim Lesen kaum zu ertragen war. Knapp 480 Seiten flogen nur so dahin. 

Besonders zu erwähnen ist auch, dass der Autor uns "normalen" Menschen den Polizei-Jargon und diverse Abkürzungen kurz und knapp erklärt. 
Dank eines spannenden Schreibstils und einer Story, die mich als Leser gefangen hat, mich zittern lies und mir wieder einmal die Abgründe der Menschheit aufgezeigt hat. 

Liebe Thriller-Leser, wenn noch nicht geschehen, lest dieses Buch, die Zeit ist hier gut investiert. 


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