[Rezension] Ausgelöscht || Cody McFadyen



Inhalt


Der Tod war bei dir, und du wünschst, er hätte dich nicht am Leben gelassen ...

»Ich habe ein Geschenk für dich, Special Agent Barrett.« 

Smoky Barrett sieht von ihrem Handy auf. Die anderen Hochzeitsgäste blicken auf das Brautpaar vor dem Altar. Motorenheulen durchbricht die Stille. Ein Lieferwagen hält vor der Kirche, und eine Frau wird auf die Straße gestoßen. Ihr Kopf ist kahl geschoren; sie trägt ein weißes Nachthemd. Sie taumelt auf den Altar zu, fällt auf die Knie und stößt einen lautlosen Schrei aus. Smoky findet heraus, dass die Frau vor sieben Jahren verschwunden ist. Sie kann nicht über das reden, was ihr zugestoßen ist: Jemand hat eine Lobotomie an ihr durchgeführt und die Nervenbahnen ihres Gehirns durchschnitten. Sie ist nicht tot, vegetiert aber als leblose Hülle vor sich hin. Es wird weitere Opfer geben.


Meine Meinung


>>Ausgelöscht << habe ich abwechselnd gelesen und gehört und beides war grausam. Smokys vierter Fall war für mich bisher der schlimmste, der mitreisendste, der spannendste aller Fälle. Cody McFadyen bindet uns ab der ersten Seite an das Buch und lässt es uns nicht mehr aus der Hand legen. Erneut erschafft er eine Figur, einen Psychopathen, der die tiefsten Abgründe der Menschheit zu Tage fördert. Er führt uns und das Ermittlerteam in die Irre, hält uns zum Narren, lässt uns auflaufen und entzieht sich uns dann wieder. Abgesehen hat er es dieses Mal auf Frauen, die über Jahre hinweg seiner Gefangenschaft und Folter ausgesetzt sind und als lebende Hülle wieder freigelassen werden. Die Frage, ob der Tod in diesem Fall nicht die bessere Variante wäre, stellte sich mir des öfteren in diesem Buch.

Smoky lässt es sich natürlich wieder einmal nicht nehmen, mit ganzem Herzblut zu ermitteln. Auch wenn immer wieder Gefahr besteht, dass sie selbst in die Fänge des Täters gerät. Auch im Privatleben von Smoky tut sich wieder einiges. So hält Cody McFadyen am Ende des Buches noch einige Überraschungen für uns Leser bereit.

Unterstrichen wird die schonungslose Grausamkeit des Täters mit der Stimme von Franziska Pigulla. Keine andere könnte die Bücher um Smoky Barrett so authentisch wiedergeben, wie sie es tut. Man hat als Hörer das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Nicht, dass man sich noch umschaut, ob da nicht jemand hinter einem steht, das Messer gezückt, zum Angriff bereit. Eine klasse Leistung, die eine besondere Erwähnung wert ist.

Cody McFadyen begeistert mich erneut und lässt mich ein weiteres Mal schockiert zurück. Sein sehr anschaulicher Schreibstil gibt dem Leser das Gefühl, jeden Schuss, jeden Schnitt zu spüren, das Blut und die Angst zu riechen. Einfach großartig, wie er mich immer wieder in die Abgründe mit hineinzieht und mich völlig fertig zurücklässt. Chapeau, Mr. McFadyen, tolle Leistung!


Fazit


Das beste Buch der Reihe, welches inhaltlich und sprachlich auf ganzer Länge überzeugen kann. Smoky-Fans kommen hier wieder voll auf ihre Kosten, die Spannung hält uns Leser gefangen und lässt uns erst kurz vor dem Ende frei, aber schockiert zurück. Definitiv ein Buch, welches noch ein paar Momente nachhallt.

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