[Rezension] Zorn & Morgenröte || Renée Ahdieh

Oktober 08, 2016 1 Comments A+ a-


Inhalt


Jeden Tag erwählt Chalid, der grausame Herrscher von Chorasan, ein Mädchen. Jeden Abend nimmt er sie zur Frau. Jeden Morgen lässt er sie hinrichten. Bis Shahrzad auftaucht, die eine, die um jeden Preis überleben will. Sie stehen auf verschiedenen Seiten und könnten unterschiedlicher nicht sein. Und doch werden sie magisch voneinander angezogen.


Meine Meinung


Ich mag Märchen, von den Brüdern Grimm bis hin zu den orientalischen Erzählungen. Gerade letztere können mich als Leser in eine andere Welt katapultieren. Beim Lesen fühlt man sich umgeben von würzigen Gerüchen aller Art, einer leichten, sandigen Brise, den Klängen von orientalischen Flöten und man erwartet jederzeit, dass Aladdin auf seinem Teppich vorbei fliegt. Auch hier schafft es die Autorin, mich in solch eine Umgebung zu versetzen. Zumindest so lange, bis die eigentliche Handlung beginnt.

Wir bekommen einen Kalifen, Chalid, präsentiert, der sehr jung an die Macht gekommen ist. Seine mangelnde Erfahrung in Sachen Regieren hält ihn aber nicht davon ab, täglich ein Mädchen zu ehelichen und sie am Tag darauf ermorden zu lassen. Genau, er tut es nicht selbst, sondern lässt andere die "Drecksarbeit" erledigen. Und er tut dies, weil er sich nicht anders zu helfen weiß, aus Gründen, die ich hier aufgrund von etwaigen Spoilern nicht nennen möchte. Chalid geht hier den Weg des geringsten Widerstands, was ich weder nachvollziehen, noch gut heißen kann. Es gibt immer eine Alternative, für Chalid anscheinend nicht.
Und als wäre das nicht schon genug, kommt mit Shahrzad eine Protagonistin daher, die, mehr lebensmüde als mutig, meint, sie könnte Chalid (und sich selbst) retten, indem sie ihm Geschichten erzählt. Ihr Plan, an Chalid Rache zu üben, weil er ihre beste Freundin ermorden ließ, schlägt innerhalb kürzester Zeit in das Anhimmeln desselbigen um. Wie das? Sie spricht von abgrundtiefem Hass ihm gegenüber, überlegt aber gleichzeitig, wie sie sein Herz gewinnen kann? Und dass, nachdem er sich an ihr vergangen hat? HÄ? Für mich hat das nichts mit Liebe zu tun, sondern mit purer Schizophrenie. Für mich eine der unglaubwürdigsten Protagonistin, die mir je in einem Buch begegnet ist.

Ahdiehs Schreibstil wiederum fand ich sehr interessant, fast schon poetisch. Genau, wie es bei einem Märchen sein sollte. Auch das wunderschön gestaltete Buchcover hat mich vollkommen überzeugen können, es passt wie die Faust aufs Auge. Leider kann es meine abschließende Meinung zu diesem Buch auch nicht mehr retten.


Fazit


Den einzigen Zorn, den ich beim Lesen spüren konnte, war mein eigener - über die Protagonisten, die fehlende Spannung (das meiste wurde bereits zu beginn verraten) und das abrupte Ende. Von Rachegelüsten keine Spur, die angepriesene Heldin ein kleines Mädchen, welches all ihre Mordpläne über Bord wirft, um sich in die Arme des unglaublich schönen Kalifen zu werfen. Leider, leider war das Buch die Zeit nicht wert, die ich investiert habe. Andererseits habe ich somit wohl meinen Flop des Jahres gefunden. 

1 Kommentare:

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Sonntag, Oktober 16, 2016 delete

Huh meine Liebe,
da musste ich doch direkt mal nachsehen!
Die Protagonisten fand ich auch alle sehr unglaubwürdig bzw. nervig und konnte keinerlei Verbindung aufbauen. Sie waren mir alle ziemlich egal und einfach zu oberflächlich gezeichnet. Ich kam mir als Hörer zum Teil echt blöd wegen der "Überzeichnung" vor. Ich fand sie (den Namen muss man sich einfach nicht merken) einfach viel zu übertrieben mutig und dann aber auch wieder viel zu verliebt... Ich war wirklich froh als es ganz am Ende der Audible Schlusssatz kam.
Ach ja...mir hat der Schreibstil übrigens auch nicht gefallen, denn dieses poetische hat diese ganze 0815 Anhimmelgedönse (um es in deinen Worten zu betiteln) noch viel zu sehr verstärkt.
Ne, das war nichts :DDD
Fühl dich gedrückt!
<333

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