[Rezension] The Club - Flirt || Lauren Rowe



Inhalt


Jonas muss verrückt geworden sein. Immerhin hat er sich gerade bei einer sündhaft teuren Datingagentur angemeldet, obwohl es in Seattle mehr als genug Frauen gibt, die mit ihm zusammen sein wollen. Aber genau deshalb braucht er »The Club«: Er möchte nicht nur eine einzige Frau glücklich machen. Im Gegenteil. Er liebt die Abwechslung und genießt seine Freiheit. Zumindest bis er am nächsten Morgen seine E-Mails öffnet und eine private Nachricht der Mitarbeiterin entdeckt, die seine Anmeldeunterlagen ausgewertet hat. Sie möchte anonym bleiben, muss nach Jonas' Lobeshymnen auf sich selbst aber einfach etwas loswerden, das sein übergroßes Ego zutiefst erschüttern dürfte … Dann verrät sie ihm ihr intimstes Geheimnis, und er weiß sofort: Sie ist perfekt. Er muss sie finden. Sofort. Koste es, was es wolle.
(Quelle: Piper)


Meine Meinung


Nun, was treibt einen jungen, gutaussehenden, dreißigjährigen Mann dazu, sich bei einer Datingagentur anzumelden? Er, Jonas, ist weder auf der Suche nach der großen Liebe, noch hat er Schwierigkeiten, passende weibliche Gesellschaft für sein Bett zu finden. Er bekommt jede Frau, die er möchte und ist stolz, solch ein potenter Mann zu sein. Was ihn letztendlich dazu gebracht hat, sich bei "The Club" anzumelden, bleibt uns leider bis zum Ende verborgen. Denn kaum lernt er die Jurastudentin Sarah kennen, ist sein Playboy-Gehabe dahin und er verliert vor lauter Herzchen in den Augen alles um sich herum aus dem Blick. Eben noch Macho, schmilzt er unter Sarahs Einfluss geradezu zu einem Weichei. Und leider ist das nicht übertrieben. Sarah wiederum, die unter einem vermeintlichen sexuellen Defizit "leidet", entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu einer Sexgöttin, deren Gedanken einzig davon getrieben werden, wie sie ihren "süßen Jonas" befriedigen kann.

Der Grundgedanke dieses Buches, und zwar den "Club", finde ich recht interessant. Leider wird nur zu Beginn und am Ende etwas näher darauf eingegangen, ansonsten bleibt dieser exklusive Club eher im Hintergrund und spielt nur eine zweitrangige Rolle. Das Buch erzählt aus zwei Perspektiven, einmal Jonas' Sicht und die von Sarah. Das ist eigentlich immer eine gute Methode, dem Leser die Charaktere näher zu bringen, ihre Gedanken zu teilen und ihre Beweggründe zu erfahren. Leider triefen beide nur so vor Klischees, was mir den Spaß am Lesen etwas verdorben hat. Beide machen eine Verwandlung durch, was durchaus positiv sein kann, hier aber für mich einfach zu viel war. Sie machen sich auf eine gewisse Art abhängig voneinander, meinen, ohne den anderen nicht mehr leben zu können. Sie geben scheinbar alles auf, denn Beruf, Studium, Freunde oder Hobbies kommen kaum noch zur Sprache. Der Fokus liegt gänzlich auf der spontan entfachten, brennenden Liebe von Jonas und Sarah. Eine Handlung mit rotem Faden gibt es teilweise überhaupt nicht mehr.

Nun ist es ja nicht so, dass ich erotischen Szenen in Bücher abgeneigt bin. Wenn diese gut dargestellt sind, wirkt es durchaus anregend, den Worten zu folgen. Allerdings kommen besagte Szenen hier aufgesetzt, unglaubwürdig und völlig übertrieben rüber. Sarahs Gedanken werden lediglich von der Lust beherrscht, mit Jonas ins Bett zu springen. Auch in völlig absurden Situationen, in denen Gefühle wie Angst oder Wut angebracht wären, malt sich Sarah lieber aus, wie sie Jonas an Ort und Stelle vernaschen kann. Sorry, aber das war mir zu viel des Guten.

Mit dem Schreibstil wurde ich auch nur mäßig warm. Er wirkt flapsig und ist kaum abwechslungsreich. Gespräche laufen immer gleich ab und die Bettszenen bieten kaum Ideenreichtum. Mag sein, dass das an der Übersetzung liegt. Gerade Formulierungen wie "Manometer" oder "mein lieber süßer Jonas" gingen mir gehörig auf die Nerven, weil sie gefühlt in jedem zweiten Satz vorkamen. Ein bisschen mehr Vielfalt hätte der Geschichte gut getan.

Zum Ende hin haben wir dann endlich wieder eine Handlung, die natürlich mit einem Cliffhänger endet. Denn auch ich, der dieses Buch nicht sonderlich gefallen hat, werde den zweiten Band zur Hand nehmen, um zu erfahren, wie es mit Sarah und Jonas weitergeht. 

Fazit


Im Bereich der Erotikromane eher ein schwächeres Buch. Nach dem ganzen Hype habe ich einfach mehr erwartet. Mehr Handlung, authentischere Charaktere und vor allem mehr Tiefgang. Ich habe selten solch einen schwachen Auftaktband gelesen, bei dem sich die Seiten so dermaßen ziehen. Ich kann mich der allgemeinen Begeisterung leider nicht anschließen und hoffe auf einen versöhnlicheren zweiten Teil.




Kommentare

  1. Hey :)

    Ich habe mich hier bis zum dritten Teil "durchgearbeitet" - und ich kann in diesem Fall nur eine Warnung aussprechen: Ich mochte den ersten Teil eigentlich noch, aber Teil 2 und 3 bauen massiv ab ... Was du hier schon im ersten Teil kritisierst, wird kommt nämlich in den Nachfolgebänden noch deutlicher heraus (das zum Teil komplett absurde Verhalten der beiden zum Beispiel). Ich will dich aber natürlich abhalten, möchte dir nur sagen, dass du nicht zu viel erwarten solltest.

    Liebe Grüße
    Ascari

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    1. Hey Ascari,

      deine Warnung kommt leider zu spät. Die Folgebände sind bereits gelesen und rezensiert, kommen demnächst online. Ich kann den Hype absolut nicht verstehen, für mich war es totale Zeitverschwendung...

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende :)

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  2. Hey Janine :)

    ich bewundere, dass du das Buch bis komplett gelesen hast. Ich war relativ schnell so genervt vom Schreibstil und den Charakteren, dass ich aufhören musste. :D Dabei hatte ich gedacht, dass das Buch aufgrund des Hypes gar nicht so schlecht wird.

    Liebe Grüße,
    Tati

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    1. Huhu,

      dem Hype wird es absolut nicht gerecht :( Sei froh, dass du es weggelegt hast, verpasst hast du jedenfalls nichts, auch nicht bei den anderen zwei Teilen... Da gibt es wirklich lesenswertere Bücher aus dem Genre :)

      Liebe Grüße und dir ein schönes Wochenende :)

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