[Rezension] Der Mondscheingarten || Corina Bomann


Inhalt


Antiquitätenhändlerin Lilly bekommt eine ungewöhnliche alte Geige angeboten: Auf ihrer Unterseite ist eine Rose ins Holz gebrannt. Lilly ist fasziniert von dem alten Instrument und will das Rätsel der Rose unbedingt entschlüsseln. Sie sucht Hilfe bei dem charmanten Musikexperten Gabriel. Gemeinsam finden die beiden heraus, dass die Geige vor über hundert Jahren einer berühmten Violinistin gehörte, die damals plötzlich verschwand. Gebannt vom geheimnisvollen Schicksal der schönen Frau begibt Lilly sich auf deren Spuren, die sie nach Italien und schließlich nach Sumatra führen. Dort findet sie des Rätsels Lösung – das auch ihr eigenes Leben in seinen Grundfesten erschüttert. (Quelle: Ullstein)


Meine Meinung


Familiengeschichten auf verschiedenen Zeitebenen sind einfach genau mein Ding. Bei Corina Bomanns Mondscheingarten ist es da nicht anders. Die harmlos beginnende Geschichte verwandelt sich innerhalb kürzester Zeit in ein spannendes Abenteuer um die halbe Welt.
Während mir bei solchen Büchern meist der eine Erzählstrang besser gefällt als der zweite, so kam es diesmal, dass beide Ebenen wirklich interessant und fesselnd waren. Das mag daran liegen, dass sich die beiden Stränge quasi aufeinander zu bewegen. Die Geschichte entwickel sich rasant, sodass es zu keinerlei Längen kommt. Ein großer Pluspunkt.

Die Länder, in die uns die Autorin schickt, zeigen sich von ihrer besten Seite. Typische Eigenschaften, Gerüche, Speisen und Landschaften werden super dargestellt. Vor allem Sumatra scheint eine Reise wert zu sein, nach dem, was uns Bomann für Eindrücke hinterlässt.

Die Charaktere sind durch die Bank weg sympathisch und sehr angenehme Zeitgenossen. Das macht die Geschichte relativ glatt. Hier fehlten mir so manches Mal die Ecken und Kanten, was die Personen noch einen Ticken authentischer gemacht hätte. Dennoch kam ich mit allen gut zurecht und durfte am Ende eine Auflösung erleben, mit der ich so gar nicht gerechnet hätte.

Dennoch konnte mich "Der Mondscheingarten" vollkommen einnehmen. Ich hatte das Buch innerhalb weniger Stunden durchgelesen und war ganz erstaunt, als es auf die letzten Seiten zuging. Corina Bomanns klasse Schreibstil schmückt an den richtigen Stellen aus ohne zu übertreiben und in Klischess abzutriften. Geschichtliche Hintergründe sind gut in die eigentliche Handlung verbandelt. Wirklich interessant fand ich die Reise der Geige, die das Herzstück der Geschichte darstellt und Gegenwart und Vergangenheit miteinander verbindet.


Fazit


Ein wunderbar kurzweiliger Familienroman mit historischem Hintergrund. Sympathische Charaktere gepaart mit exotischen und außergewöhnlichen Handlungsorten machen die Geschichte zu einem echten Lesevergnügen. 

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