[Rezension] Die Winterrose || Jennifer Donnelly


Inhalt


London, 1900: Die junge India Selwyn-Jones bewegt sich in den feinsten Kreisen. Bis sie als Ärztin im berüchtigten Viertel Whitechapel zu arbeiten beginnt – und dort in leidenschaftlicher Liebe zu dem gefürchteten Gangsterboss Sid Malone entbrennt … Voller Dramatik und Sinnlichkeit erzählt Jennifer Donnelly, die Autorin der international erfolgreichen »Teerose«, von ihrer unbeugsamen Heldin India. (Quelle: Piper)


Meine Meinung


"Die Winterrose" ist der zweite Teil von Jennifer Donnellys "Rosen-Trilogie" und schließt an den Vorgängerband "Die Teerose" an. Für die Fortsetzung ist es nicht zwingend notwendig, das erste Buch zu kennen, da wir zwar einigen bekannten Charakteren begegnen, Indias Geschichte jedoch eine eigenständige ist.

Um die Jahrhunderwende ist auch in London einiges im Umbruch. Und so kommt es, dass nun auch Frauen die Möglichkeit haben, als Ärztin zu arbeiten. Zwar werden sie hier und da noch belächelt, doch India Selwyn-Jones gibt darauf nichts. Sie möchte Menschen helfen, vor allem denjenigen, die sich eine gute und vor allem notwendige Behandlung nicht leisten können. Sie träumt von einer eigenen Klinik für Kinder und Frauen. Da sowohl ihre wohlhabende Familie als auch ihr Verlobter nicht hinter ihrem Berufswunsch stehen, muss sie auf ein Startkapital verzichten und sich das Geld für ihren Traum alleine zusammensparen. Jennifer Donnelly erweckt abermals eine starke, junge Frau zum Leben, die sich ihre Träume nicht von anderen Menschen kaputt machen lässt und unweigerlich für ihr Ziel kämpft. Am eigenen Leib muss sie erfahren, dass dies kein leichtes Unterfangen ist und sie einige Rückschläge einstecken muss. Als sie Sid Malone kennenlernt, scheint es, als ob dieser ihr Rettungsanker wäre, der ihrem Vorhaben den letzten Schubs geben könnte. Doch Intrigen, Machtgehabe und Geldgier platzen dazwischen und plötzlich findet sich India in einem Leben wieder, welches sie eigentlich längst hinter sich gelassen hat.

Neben vielen neuen Charakteren gibt es auch ein Wiedersehen mit Fiona, Joe und Sid Malone aus "Die Teerose". Die Fortsetzung der uns schon bekannten Geschichte fädelt die Autorin geschickt in die neue mit hinein. An manchen Stellen war es mir jedoch etwas zu viel des Guten, als das Hauptaugenmerk zu intensiv auf die "alte" Geschichte gelegt wurde.

Die Autorin schafft auf den 784 Seiten eine komplexe, aber schlüssige Handlung, die viele Jahre überdauert, aber trotzdem ihren roten Faden beibehält. Die schon gewohnten Perspektivwechsel hauchen dem Buch Leben ein und man hat als Leser immer alle wichtigen Charaktere im Blick. Unvorhergesehene Wendungen lassen die Gefühle immer wieder zwischen Verzweiflung, Hoffnung, Angst und Erleichterung schwanken. Man kann sich nie sicher sein, was im nächsten Kapitel auf uns wartet und trotz einiger Längen, fliegt man die meiste Zeit nur so durch die Seiten.

Ich bin wirklich sehr angetan von Indias Geschichte und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Wie es eine Autorin immer wieder schafft, mich an ein Buch zu fesseln, ist mir ein Rätsel. Jennifer Donnelly hat einfach einen wunderbar zauberhaften Schreibstil, bei dem wirklich nie Langeweile aufkommt. Der durchweg gehaltene Spannungsbogen ist eine Meisterleistung und verdient ein großes Lob.


Fazit


"Die Winterrose" ist ein sehr sympathisches, authentisches Buch, welches die Schwierigkeiten, Hoffnungen und Träume der Menschen um die Jahrhundertwende vom neunzehnten ins zwanzigste Jahrhundert darstellt und uns teilhaben lässt an den Entwicklungen der damaligen Zeit. Auch hier spielt die Liebe ein ganz große Rolle. Jedoch bekommen auch Themen wie Armut, Klassenunterschiede, medizinische Fortschritte, Rassismus und Frauenrechte einen beträchtlichen Anteil an der Geschichte. Wer "Die Teerose" mochte, der wird "Die Winterrose" lieben. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir an euch.

1 Kommentar

  1. Ich habe den ersten Teil nicht gelesen. Aber dieses Buch hört sich wirklich gut an. Vielen dank für die schöne Rezi.
    Liebe Grüße
    Sandra

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