[Rezension] Winterblüte || Corina Bomann

Dezember 30, 2016 0 Comments A+ a-



Inhalt


Im eleganten Kurort Ostseebad Heiligendamm bereitet sich die Hotelierfamilie Baabe im Jahr 1900 auf den großen Winterball vor. Feierlich soll die Verlobung von Tochter Johanna bekannt gegeben werden, doch die wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich ihre große Liebe heiraten zu dürfen. Leider ist der junge Mann in den Augen ihrer Eltern keine gute Partie. Da wird eine junge Frau am Strand angespült, die einzige Überlebende eines Schiffsunglücks. Sie kann sich nicht an ihren Namen oder ihre Herkunft erinnern, verzweifelt hält sie einen kleinen Zweig umklammert, der sich in ihrem Kleid verfangen hat. Im Hotel findet sie eine neue Heimat und in Johanna eine Freundin. Die Namenlose weiht Johanna in die Adventstradition des Barbarazweigs ein: Die beiden Frauen stellen am 4. Dezember frisch geschnittene Obstzweige in eine Vase, jede mit der für sie dringendsten Frage – der knospende Zweig wird ihnen die Zukunft weisen. Beide hoffen auf Blüten zum Weihnachtsfest.
(Quelle: Ullsteinbuchverlage)


Meine Meinung


Auf das neue Buch von Corina Bomann habe ich mich nicht nur wegen des wundervollen Covers, sondern auch wegen der interessant klingenden Geschichte, sehr gefreut.

In "Winterblüte" bringt uns die Autorin den alten Brauch des Barbarazweiges wieder näher. Am 4. Dezember schneidet man sich den Ast eines Obstbaumes, stellt ihn in eine Vase und hofft, dass er zu Weihnachten blüht. Ist das der Fall, geht im kommenden Jahr ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung. Nun ratet mal, wer auf das Erblühen seines Kirschbaumzweiges wartet ;-)

Wir befinden uns an der Ostsee im Jahr 1902. Johanna und ihr Bruder Christian wachsen in einem der vielen Gästehäuser auf, gehören der Oberklasse an und fristen ein, eher eintöniges Leben. Eine gestrandete Unbekannte, die Christian am Strand findet, ist daher ein kleines Highlight im grauen Dezemberalltag. Während Christian herauszufinden versucht, wer die junge Frau ist und woher sie kommt, muss sich Johanna mit der Frage nach einem künftigen Ehemann herum quälen.

Die Handlung und deren Verlauf muten an ein Märchen im Winter. Ort und Zeit spielen keine große Rolle, denn die Geschichte könnte zu jeder Zeit an jedem Ort ebenso stattfinden. Dennoch schafft es Corina Bomann uns in den Zauber der kommenden Weihnacht zu ziehen. Wir Leser können für kurze Zeit dem hektischen Vorweihnachtsstress entfliehen und uns in eine Märchenwelt entführen lassen.

Trotzdem sich die Autorin bei der Ausstattung ihrer Charaktere einiger Klischees bedient, so sind diese (fast) durchweg sympathisch. Die zu dieser Zeit herrschende Klassentrennung ist mal mehr mal weniger zu spüren, ohne aber zu extrem streng zu wirken. Das hat mir gut gefallen und die Personen dadurch menschlicher wirken lassen.


Fazit


Obwohl Bomanns Geschichte diesmal nicht auf zwei Zeitebenen spielt, bin ich dennoch begeistert. Es ist keine herausragende, übermäßig spannende Geschichte, dennoch konnte sie mich durchaus an ihre Seiten fesseln. Eine kurzweilige Unterhaltung, perfekt für die Vorweihnachtszeit und ein paar gemütliche Stunden auf dem heimischen Sofa.