[Rezension] Auf Null || Catharina Junk

Januar 03, 2017 0 Comments A+ a-



Inhalt


Gesund – aber nicht geheilt. Das ist Ninas Diagnose nach überstandener Leukämie. Für die Zwanzigjährige klingt das wie: Freu Dich bloß nicht zu früh. Ohnehin hat die Krankheit alles verändert. Mit ihrer besten Freundin Bahar ist sie zerstritten, ihr Bruder ist streng gläubig geworden und Nina würde eher einem Hütchenspieler vertrauen als ihrem eigenen Körper. Dann lernt Nina Erik kennen und ist schneller in ihn verliebt, als ihre Angst vor einem Rückfall erlaubt. Aber wie soll man sich verlieben, wenn einem der Mut fehlt?(Quelle: Argon-Verlag)


Meine Meinung


Auf den Debüt-Roman von Catharina Junk bin ich eher zufällig gestoßen und dachte, es wäre mal wieder Zeit für ein Jugendbuch. Es ist hinreißend, wie die Autorin sich dem Thema Krebs nähert. Es geht um Nina, die die Leukämie besiegt hat und sich nun auf dem Weg zurück in ein normales Leben befindet. Abwechselnd dazu, erfahren wir in Rückblenden, wie ihre Krankheit diagnostiziert und behandelt wurde. Schnell wird klar, dass die schwere Zeit im Krankenhaus, Nina sehr geprägt hat. Sie traut ihrem Körper keinen Zentimeter über den Weg, bei jedem Ziepen gerät sie in Panik. Nachvollziehbar, wenn man in ihrer Haut steckt. Ihre Angst, einen Rückfall zu erleiden, leitet ihre Handlungen, ihre Gedanken. Die Sprecherin Inka Löwendorf transportiert Ninas Gefühle so real, dass man ihre Verzweiflung geradezu spürt. Dennoch ist das Buch nicht von Traurigkeit überschattet. Junk versprüht an den richtigen Stellen ihren Humor, die die Stimmung auflockern, sodass Nina nicht komplett in ihrer Angst verschwindet.

Als Nina Erik kennenlernt, verliebt sie sich vom Fleck weg in ihn. Doch auch hier sitzt ihr die Angst im Nacken, ihn früher wieder gehen lassen zu müssen, als ihr lieb ist. Sie steht sich in Liebesdingen ein bisschen selbst im weg.

Die Autorin geht sehr einfühlsam an das Thema Krebserkrankung heran. Sie beleuchtet es nicht nur aus Sicht der erkrankten Nina, sondern bringt auch die Gefühle ihrer Familie und Freunde mit ein, die alle unterschiedlich mit diesem Schicksal umgehen. Die Stimmung ist sehr emotional, teilweise sogar angespannt, vor allem zur Zeit von Ninas Krankenhausaufenthalt. Alle Charaktere handeln sehr logisch; so, wie man es in solch einer Situation erwartet oder auch erhofft. Das hat mir sehr gut gefallen, da man sich als Hörer so gut in die einzelnen Personen hineinversetzen konnte.


Fazit


Ein sehr gelungenes Jugendbuch, welches sich mit einem schweren Thema befasst, es dennoch mit Humor und Sachlichkeit zu einem wahren Pageturner macht. Wir versinken nicht in Hoffnungslosigkeit, sondern sammeln gemeinsam mit Nina neuen Mut, ihr weiteres Leben zu meistern.